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João Aguiar – Verirrte Seelen

Geschrieben von seitenansicht - 25. März 2009

aguiarInhalt
Der schrullige Gonçalo Nuno lebt allein in seinem Haus außerhalb der Stadt und versucht seine spät erlangte Freiheit vor seiner Familie zu verteidigen.  José Eduardo da Pinta, genannt Zé, wurde von seiner Familie mehr oder minder verstoßen und fasst nun Vertrauen zu dem Alten. Die beiden Außenseiter freunden sich an und der belesene Nuno erzählt Zé von Werwölfen, verwunschenen Frauen und Gewitterlingen. Dabei glaubt Nuno selbst nicht so ganz an die Geschichten, die er dem Jüngeren erzählt, und sorgt sich um ihre Wirkung auf Zé. Dieser jedoch taucht immer mehr ein in die Welt der Märchen und Sagen.

Der erste Satz
Gonçalo Nuno Mesquita de Reboredo e Sande war siebzig Jahre alt, als er Haus und Familie verließ, um in Poiais da Santa Cruz ein neues Leben zu beginnen.

Meine Meinung
Sobald Märchen und Sagen in einer Geschichte vorkommen fällt sie in mein Beuteschema, und Aguiar erwies sich als Glücksgriff. Auf wenigen Seiten erzählt er diese Geschichte zweier schrulliger Außenseiter mit einer schönen, melancholischen Atmosphäre. Dabei lässt er den Leser häufig in der Schwebe: bezieht sich der Titel auf die beiden Protagonisten? Oder doch nur auf portugiesischen Volksglauben? Existiert das Sagenhafte nur in der Fantasie von Nuno und Zé? Oder in der des Lesers? Oder ist nicht vielleicht doch etwas Wahres an all diesen Geschichten? Das Ende ist zwar etwas blutig, aber konsequent und so gar nicht wie andere.

Der Autor
João Aguiar wurde 1943 in Portugal geboren. Er arbeitet dort als Journalist.

João Aguiar – Verirrte Seelen
Aus dem Portugiesischen von Ralph Roger Glöckler
Ullstein, 1998
132 Seiten

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